Berichte
aus älterer Literatur
aus Fundgrube XVIII. Jahrgang, 1982 Heft 4 "Sächsische Originale" unter den Mineralien (Ergänzung und Nachträge 1882) von Werner Quellmalz Skorodit, Fe[As04]-2 H2O, orthorhombisch Ü Sowohl die lauchgrüne Farbe als auch der knoblauchartige Geruch vor dem Lötrohr bewogen A.BREITHAUPT Ü 1818* ein neues Mineral („arseniksaures oxyduliertes Eisen") nach dem griechischen Wort für Knoblauch Skorodit zu nennen. Der Berggeschworene SCHEIDHAUER aus Schneeberg teilte BREITHAUPT mit: „Dieses Fossil ist auf Stamm Asser (am Graul bei Schwarzenberg, d. V.) 12 Lachter unter Tage auf dem Köhlerschachter Kieslager in dem 10 Zoll mächtigen, aus Quarz und Hornstein bestehenden Lager, als ein Klumpen in Gestalt eines hohen Brodes, mit einer 3 Zoll starken thonartigen-Kruste überzogen, eingebrochen." Das Mineral kam mit Arsenkies und Pyrit vor. Bekannt, aber nicht benannt war der Skodorit bereits von Lölling in Kärnten. Eine spätere Analyse an Material von Schwarzenberg durch VAULRY 1844 ergab 33,00% Fe203. 52,16% As2O5 und 15,58% H2O. Das Mineral bildet traubige oder erdige Überzüge, zuweilen kleine, pseudohexagonale Kristalle mit der Härte 3.5-4 und der Dichte 3.1-3.3; als Verwitterungsprodukt von Arsenkies findet es sich vorzugsweise im Ausgehenden arsenreicher Gänge oder Lager mit Limonit und Quarz. *Quelle: A.Breithaupt, Hoffm. Handb. d. Min., 4, 3,1818, S. 182
aus Fundgrube XIX. Jahrgang 1983 Heft 3 Fundmitteilungen
Mineralfunde am Graul bei Waschleithe Obwohl das Grubengelände am Graul bei Waschleithe, Kreis Schwarzenberg, recht bekannt ist, halte ich es aufgrund meiner Mineralfunde auf den Halden dieses Gebietes doch für interessant, nochmals darüber zu berichten. Das Bergbaugebiet am Graul gehörte einst zu den wichtigsten Grubenfeldern Sachsens. Abgebaut wurden nebst Silbererzen hauptsächlich Zinkblende. Arsenkies, Bleiglanz und Pyrit, später BiCoNi-Erze nebst Eisen-Mangan-Erzen. Die relativ begrenzten Lager waren um die Jahrhundertwende nahezu abgebaut. Nach kurzem Aufflammen in den dreißiger Jahren und nach 1945 ist der Bergbau hier auflässig. Untertägige Anlagen sind nicht mehr befahrbar. Einen einzigen Stollen konnte ich finden, der auf ca. 120 m noch sehr gut erhalten und mit schöner Natursteinmauerung versehen ist. So kann man die einst hier geschürften Minerale nur noch auf den übertägigen Halden zu finden erhoffen. Nach Gesprächen mit Mineraliensammlern gewann ich den Eindruck, daß von den Halden kaum brauchbares Material zu bergen sei. Nach systematischer Suche 1979/80 auf dem Haldengelände bestätigte sich mir dieser Eindruck, es waren im größtenteils feinem, ja erdigem Haldenmaterial nur taube Quarz- und Gesteinsbrocken zu finden. Im „letzten Moment" fand ich eine winzige Halde, auffällig durch fehlenden Bewuchs und ausschließlich grobes Material, von etwa 10 x 10 m Durchmesser und 1/2 m Schütthöhe. Das Material bestand aus stark zersetztem Quarz, Arsenkies, Pyrit, überprägtem Schiefer - alles stark hämatitisiert bzw. limonitisiert. Als Besonderheit fand ich recht gut ausgebildeten Skorodit. Die Halde war wohl ein (vergessener?) Lagerplatz von Gangmaterial aus der Grube „Stamm Asser". Zusammenstellung der Mineralfunde 1. kleine Halde der Grube „Stamm Asser": SKORODIT
- blaugrün bis rötlichbraun, XX bis 5 mm (verzerrt bis 10 mm),
stark glänzend auf Klüften und in Auslaugungsräumen, immer
mit Hämatit/Limonit.
Einige Stufen derber
bzw. mikrokristalliner Minerale konnte ich analysieren lassen:
2. teilweise abgetragene
Halde von „Gottes Geschick" am Graul:
3. inzwischen restlos
abgetragene Halde neben dem Wirtshaus „Katharina":
JÖRG STARK Literatur BECK, R.: über
die Erzlager der Umgebung von Schwarzenberg im Erzgebirge. Dresden 1902.
Anmerkung
zum Beitrag J. Stark (Aue)
Im Jahre 1981 wurden von dem Berliner Bundesfreund W.-D. Rössel am Graul u. a. mehrere vermeintliche „Pharmakosideritstufen" gefunden, die mit z. T. zahlreichen kleinen, stark glänzenden, hell- bis dunkelbraunen, trigonalen Kriställchen besetzt waren. An Hand von lichtmikroskopischen (Lichtbrechung, Pleochroismus, Zwillingsbildung, Kristallformen), röntgenspektrographischen und laserspektralanalytischen Untersuchungen konnte Verfasser eindeutig nachweisen, daß es sich um das sehr seltene Oxidationszonenmineral Beudantit (PbFe³((OH)6/SO4,AsO4)) handelt. Eine ausführliche Beschreibung erfolgt in einem späteren Beitrag. G.Rohde
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